Oberding bei Erding · vor Ort und online

Sie müssen kein Paar sein, um zu zweit zu kommen

Zwei Menschen und eine Beziehung, die gerade nicht funktioniert – das genügt.

Eine Sitzung kostet 90–108 € nach Ihrer Selbsteinschätzung – volle 60 Minuten.

  • 25+Jahre Praxiserfahrung
  • 20+Jahre Familienhilfe
  • 4Jahre Geschäftsführung
  • DGSFzertifiziert seit 2001

Manche Beziehungen sind keine Liebesbeziehung und trotzdem die wichtigste, die man hat. Eine Schwester, mit der man aufgewachsen ist. Ein Vater, mit dem man seit Jahren kaum spricht. Eine Freundin, die einem näher ist als die eigene Familie. Eine Kollegin, mit der man jeden Tag zusammenarbeitet.

Wenn es in einer solchen Beziehung klemmt, suchen die meisten Menschen Rat – und kommen gar nicht auf die Idee, dass sie zu zweit kommen könnten. Paartherapie, denken sie, ist für Liebespaare. Familientherapie ist für die ganze Familie. Und für das, was zwischen ihnen beiden liegt, scheint es nichts zu geben.

Es gibt etwas. In meiner Praxis in Oberding bei Erding arbeite ich mit zwei Menschen, die etwas miteinander klären wollen, im selben Rahmen wie mit einem Paar: eine Stunde, zwei Menschen und jemand Drittes, der die Richtung hält und dafür sorgt, dass beide zu Wort kommen.

Was das für ein Gespräch ist

Es ist kein Schlichtungstermin und keine Verhandlung. Sie müssen sich vorher nicht einig sein, worum es geht, und Sie müssen auch nicht mit einer Vereinbarung wieder herausgehen. Wir schauen uns stattdessen an, wie Sie beide in diese Lage geraten sind: welches Muster sich zwischen Ihnen eingespielt hat, wer worauf reagiert, und was dabei regelmäßig untergeht.

Ich bin dabei allparteilich. Das heißt nicht, dass ich für niemanden Partei ergreife, sondern dass ich nacheinander für jeden von Ihnen Partei ergreife. Den Unterschied merken die meisten erst im Gespräch: Niemand sitzt bei mir auf der Anklagebank, und niemand bekommt recht.

Wenn Sie sich wünschen, dass jemand zwischen Ihnen vermittelt, sind Sie hier richtig: Ich arbeite dabei auch mit Methoden aus der Mediation. Wo die Grenze verläuft, steht weiter unten.

Was in dem Gespräch passiert

Am Anfang stehen meist zwei Geschichten, und die gehen oft weit auseinander. Das ist kein Hindernis, sondern der Ausgangspunkt: Zwei Menschen erinnern dieselbe Situation verschieden, weil sie an verschiedenen Stellen gestanden haben. Mit diesem Unterschied lässt sich arbeiten.

Danach wird es konkret. Was passiert typischerweise, wenn Sie dieses eine Thema anschneiden? An welcher Stelle kippt das Gespräch, und was tut der andere dann? Woran würden Sie beide merken, dass sich etwas bewegt hat? Das sind Fragen aus der systemischen Arbeit, und sie führen erfahrungsgemäß schneller weiter als die Frage, wer angefangen hat.

Nicht jedes dieser Gespräche endet in einer Versöhnung. Manchmal ist das Ergebnis eine tragfähige Klarheit: Man weiß wieder, woran man beim anderen ist – was man erwarten kann und was nicht. Auch das ist ein Ergebnis, mit dem sich leben lässt.

Wer zu zweit kommt

Die Konstellationen, die mir am häufigsten begegnen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Geschwister

Geschwister führen meist die längste Beziehung ihres Lebens miteinander, und sie haben sie sich nicht ausgesucht. Zwischen erwachsenen Geschwistern liegen oft Rollen, die in der Kindheit verteilt und nie wieder neu verhandelt wurden: die Vernünftige, der Sorgenmacher, die, die sich kümmert.

Am häufigsten kommen Geschwister zu mir, wenn zwei Dinge anstehen, die sich nicht aufschieben lassen. Die Pflege der Eltern ist das eine: Meist trägt einer die Hauptlast, und was jahrelang unausgesprochen blieb, wird plötzlich zur Rechnung. Ein Erbe ist das andere – da geht es selten wirklich um das Haus oder das Konto, sondern darum, was die Verteilung über die Rangfolge in der Familie aussagt. Auch ein Umzug oder eine Krankheit kann alles auf einmal hochholen.

Manche kommen, weil der Kontakt seit Jahren abgebrochen ist. Manche kommen, weil sie ihn behalten wollen, bevor er abbricht.

Eltern und erwachsene Kinder

Wenn Kinder erwachsen werden, muss die Beziehung neu ausgehandelt werden, und das gelingt nicht von allein. Ein Vater und sein erwachsener Sohn, eine Mutter und ihre erwachsene Tochter: Manchmal war jahrelang wenig oder gar kein Kontakt, und beide wissen nicht, wie sie anfangen sollen, ohne dass es sofort wieder in den alten Vorwürfen endet. Für ein solches Gespräch muss nicht die ganze Familie kommen. Zwei genügen – wenn Sie mehr sein wollen, geht das ebenfalls, dann sind wir bei der Familientherapie.

Zwei Freundinnen oder Freunde

Freundschaften halten viel aus, aber sie haben keine eingebauten Wege, etwas zu klären. Ein Paar, bei dem es kriselt, kann zur Paartherapie gehen, und alle finden das nachvollziehbar. Zwei Freundinnen, zwischen denen etwas Unausgesprochenes steht, haben diese Selbstverständlichkeit nicht – obwohl es dieselbe Arbeit wäre. Häufige Anlässe: Eine investiert seit Langem mehr als die andere. Die Lebenswege gehen auseinander und keiner mag es aussprechen. Oder die Gefühle haben sich auf einer Seite verändert und tragen die Freundschaft nicht mehr, so wie sie war.

Kolleginnen, Kollegen und Geschäftspartner

Zwei Menschen, die zusammenarbeiten und miteinander nicht weiterkommen: weil sich ein Konflikt festgefahren hat, weil die Zuständigkeiten nie geklärt wurden, oder weil aus der Zusammenarbeit auch eine Freundschaft geworden ist und beides sich nicht mehr auseinanderhalten lässt.

Hier gibt es einen Unterschied, der vorab zu klären ist: Kommen Sie beide privat und auf eigene Rechnung, gilt der normale Satz wie für alle anderen Gespräche auch. Beauftragt und bezahlt Ihr Arbeitgeber das Gespräch, ist es Supervision, und dafür gelten andere Konditionen. Was wann gilt, steht auf der Seite Ablauf & Kosten.

Häufige Fragen zur Beratung zu zweit

Kann man zu zweit kommen, wenn man kein Paar ist?

Ja. Ich arbeite mit zwei Menschen, die etwas miteinander klären wollen – ob das ein Liebespaar ist, spielt für den Rahmen keine Rolle. Zu mir kommen Geschwister, Freundinnen und Freunde, Eltern mit ihren erwachsenen Kindern und Menschen, die zusammenarbeiten. Setting, Dauer und Honorar sind dieselben wie in der Paartherapie.

Was ist, wenn der andere gar nicht will?

Dann fragen Sie ihn trotzdem. Meine Erfahrung ist, dass die Einladung selbst schon etwas verändert: Sie sagt, dass Ihnen diese Beziehung wichtig genug ist, um etwas dafür zu tun. Und wenn er nicht mitkommt, können Sie zuerst allein kommen – an Ihrem eigenen Anteil lässt sich auch ohne den anderen arbeiten, und oft wird ein gemeinsames Gespräch dadurch später möglich.

Wir sind uns nicht einmal einig, worum es eigentlich geht. Geht das trotzdem?

Das ist eher der Normalfall als die Ausnahme. Zwei Menschen erinnern dieselbe Situation verschieden, weil sie an verschiedenen Stellen standen. Wir arbeiten mit diesem Unterschied, statt ihn vorher aufzulösen – dass Sie sich einig sind, ist keine Voraussetzung, sondern manchmal das Ergebnis.

Ist das eine Mediation?

Wenn Sie damit meinen, dass jemand zwischen Ihnen vermittelt: ja, das gehört zu meiner Arbeit, und ich nutze dafür auch Methoden aus der Mediation. Was ich nicht bin, ist ausgebildeter Mediator – Mediation im rechtlichen Sinn ist ein eigenes Verfahren mit eigener Ausbildung, das auf eine verbindliche Vereinbarung zielt. Wenn sich zeigt, dass Sie genau das brauchen, etwa bei Scheidungsfolgen, einem Erbe oder einem Vertrag, sage ich das offen und verweise an eine Rechtsanwältin.

Wir wohnen nicht am selben Ort. Geht das auch online?

Ja. Sie können sich aus zwei verschiedenen Orten in dasselbe Gespräch einwählen; jede Person bekommt einen eigenen Zugangslink für denselben Video-Raum. Gerade bei Geschwistern und alten Freundschaften, die über das halbe Land verstreut sind, ist das oft der einzige Weg, überhaupt gemeinsam an einen Tisch zu kommen.

Wie viele Termine braucht man dafür?

Meistens wenige. Ich arbeite kurzzeitorientiert: Wir klären zu Beginn, woran Sie beide merken würden, dass sich etwas bewegt hat, und darauf arbeiten wir hin. Nach dem ersten Termin entscheiden Sie, ob es weitergeht – es gibt keine Mindestzahl und keinen Vertrag.

Was ich mache – und wo ich weiterverweise

Vermitteln gehört dazu. Wenn Sie sich wünschen, dass jemand zwischen Ihnen vermittelt, sind Sie richtig: Ich arbeite mit Methoden aus der Mediation, in der Familienhilfe war das über Jahre ein eigener Auftrag. Am Telefon werde ich oft genau danach gefragt, und die Antwort ist Ja – solange es um die Beziehungsebene geht.

Was ich nicht bin, ist ausgebildeter Mediator. Mediation im rechtlichen Sinn ist ein eigenes Verfahren mit eigener Ausbildung, das auf eine verbindliche Vereinbarung zielt. Wenn im Gespräch deutlich wird, dass es dorthin geht – bei einer Trennung mit Scheidungsfolgen etwa, bei einem Erbe oder einem Vertrag –, sage ich das offen und verweise an eine Rechtsanwältin. Das kommt selten vor, aber es kommt vor.

Ich beantworte keine Rechtsfragen. Bei Geschwistern kommt fast immer irgendwann ein Erbe vor, bei Geschäftspartnern ein Vertrag. Wem was zusteht, ob eine Kündigung wirksam ist, wie eine Vereinbarung formuliert sein muss: Das gehört zu Anwältin, Notar oder Steuerberater. Hier klären wir die Beziehung – und nach meiner Erfahrung wird die rechtliche Seite dadurch oft überhaupt erst verhandelbar.

Ich behandle keine Krankheiten. Beratung, Coaching und Supervision sind keine Heilbehandlung. Wenn im Gespräch deutlich wird, dass es um mehr geht als um die Beziehung zwischen Ihnen beiden, sage ich das offen und verweise weiter.

Was eine Sitzung kostet

Es gilt derselbe Satz wie für alles andere: 90 bis 108 Euro pro Sitzung nach Ihrer eigenen Einschätzung, volle 60 Minuten. Ob Sie allein kommen, zu zweit oder als ganze Familie, macht keinen Unterschied. Das Ersttelefonat ist kostenlos, Termine können Sie bis zum Vorabend kostenfrei absagen, ein Ausfallhonorar gibt es nicht.

Alles Weitere zu Ablauf und Honorar

Wenn Sie nicht wissen, ob der andere mitkommt

Sehr oft ruft mich einer von beiden an und sagt: Ich weiß gar nicht, ob sie überhaupt mitkommen würde. Fragen Sie sie. Die Einladung verändert nach meiner Erfahrung schon für sich genommen etwas, weil sie etwas sagt, das man im Streit selten ausspricht: Diese Beziehung ist mir wichtig genug, dass ich etwas dafür tue.

Und wenn sie nicht mitkommt, kommen Sie zuerst allein. In der Einzelberatung lässt sich an Ihrem eigenen Anteil arbeiten, auch ohne den anderen im Raum – und oft bewegt sich dadurch genug, dass ein gemeinsames Gespräch später möglich wird.

Im kostenlosen Ersttelefonat sortieren wir, ob das der richtige Weg ist: für Sie beide oder erst einmal für Sie allein. Sie müssen dafür nichts vorbereiten.

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